Das Kolloquium der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin in Merheim findet als Webex-Event (ab September 2025 per Microsoft Teams) statt. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Veranstaltung von der Ärztekammer Nordrhein anerkannt (2 Fortbildungspunkte). Die Anmeldung ist kostenlos!
Die Fortbildung findet in Microsoft Teams statt, die Namen der Teilnehmer sind für andere während der Veranstaltung nicht sichtbar.
25. Juni 2026, 17:30 Uhr Im April des vergangenen Jahres 2025 ist die neue S3-Leitlinie „Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge“ unter der Federführung der Deutschen Sepsisgesellschaft (AWMF-Reg.-Nr.: 079-001) veröffentlicht worden, die ein Update zur gleichnamigen Leitlinie der DSG aus dem Jahr 2018 darstellt. Dabei wurde das Update der „Surviving sepsis campaign (SSC): international guidelines for management of sepsis and septic shock“ aus dem Jahr 2021 als Referenzleitlinie zugrunde gelegt. Außerdem fanden zahlreiche weitere aktuelle deutsche Leitlinien (wie z.B. zur invasiven Beatmung, Nierenersatztherapie oder auch zur Lagerungstherapie) Berücksichtigung, so dass eine sehr umfassende neue S3-Sepsis-Leitlinie entstanden ist, die insg. 57 evidenzbasierten Empfehlungen, 29 Expertenkonsensus und 2 Statements umfasst. Im Rahmen des Vortrages sollen nun die wesentlichen Neuerungen sowie die jeweils zugrundeliegende Studienlage vorgestellt werden, um dem Intensivmediziner eine Evidenz-basierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Sepsis oder septischem Schock zu ermöglichen.
Was wir von den Wikingern lernen können…“ (Notfallmedizin in Dänemark)
Dr. Stefan Posth, Emergency Department, Odense University Hospital Denmark
24. September 2026, 17.30 Uhr In der Debatte um die Notfallmedizin in Deutschland wird oft Dänemark als Beispiel genannt. Dies mit Hinblick auf die digitalen und strukturellen Möglichkeiten, aber auch bezüglich der Erfahrungen mit der Einführung eines Facharztes für klinische Notfallmedizin vor wenigen Jahren. Der Vortrag ermöglicht einen Einblick in die Realität der Notfallmedizin im Nachbarland – und vielleicht auch eine Zukunftsaussicht für Deutschland.
Perioperative Antibiotikaprophylaxe – was, wann und wie viel
Dr. C. Lanckohr, Münster
05. November 2026, 17:30 Uhr Die perioperative Antibiotikaprophylaxe (PAP) ist eine zentrale Maßnahme zur Reduktion postoperativer Wundinfektionen. Daher ist es ein wichtiges Ziel in der perioperativen Medizin, die PAP korrekt durchzuführen. Leider zeigen viele Untersuchungen, dass die Umsetzung im klinischen Alltag verbessert werden kann. Dieser Vortrag beleuchtet die aktuelle Evidenzlage und gibt einen kompakten Überblick über relevante nationale und internationale Leitlinienempfehlungen. Dabei stehen praktische Aspekte im Mittelpunkt: Substanzwahl, optimales Timing, Dosisanpassung bei adipösen Patienten und Dauer der PAP. Ziel ist es, den Teilnehmenden konkrete Handlungsempfehlungen für den anästhesiologischen Alltag im OP mitzugeben – evidenzbasiert, pragmatisch und direkt anwendbar.
SLGT2-Inhibitoren in der perioperativen Medizin – wie ist es denn jetzt?
Dr. Sebastian Roth, Düsseldorf
26. November 2026, 17.30 Uhr
SGLT2-Inhibitoren sind hochwirksame Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus, chronischer Herzinsuffizienz und chronischer Niereninsuffizienz. Sie verbessern wichtige klinische Endpunkte und werden daher von nationalen und internationalen Leitlinien stark empfohlen. Neben ihren Vorteilen bergen SGLT2-Inhibitoren jedoch auch Risiken. Eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung ist die sogenannte SGLT2-Inhibitor-assoziierte Ketoazidose, die auch bei normwertigen Blutzuckerwerten auftreten kann und diagnostisch eine Herausforderung darstellt. Im Zusammenhang mit Operationen könnten Faktoren wie Nüchternheit, Stress und Inflammation dieses Risiko erhöhen. Daher empfehlen aktuelle Leitlinien, die Medikamente rund 72 Stunden vor einer Operation abzusetzen. Diese Empfehlung basiert jedoch auf begrenzter Evidenz. Neuere Studien zeigen derweil, dass trotz leitliniengerechtem Absetzen weiterhin Ketoazidosen auftreten können. Daten aus großen retrospektiven Registerstudien deuten außerdem darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren möglicherweise auch perioperativ organprotektive Effekte haben und die postoperative Sterblichkeit senken könnten. Zusammenfassend bestehen also große Unsicherheiten bezüglich des korrekten perioperativen Umgangs mit SGLT2-Inhibiotoren. Dieser Vortrag wird die aktuelle Evidenz zu diesem Thema vorstellen und in den perioperativen Kontext setzen.
Vielen Dank für das interessante Notfallseminar Mythen und Fakten zur Schwerverletztenversorgung!
Dr. med. A. K.
Facharzt
Sehr cool! Gute Referenten, knackige Präsentationen, auf den Punkt gebrachte Diskussionen
Die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin stellt sich vor
Die Aufgaben dieser Klinik bestehen in der Betreuung von Patienten vor, während und nach einer Operation. Dazu gehört die Durchführung von Narkosen und Regionalanästhesieverfahren sowie die Überwachung und Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Organfunktionen während der Operationen und der weiteren Betreuung des Patienten unmittelbar nach der Operation, einschließlich schmerztherapeutischer Maßnahmen und Intensivbehandlung.
Die Anästhesie oder Narkose dient in erster Linie der Schmerzfreiheit während einer Operation. Sie wird für jeden Patienten individuell geplant und durchgeführt.
Um dieses zu erreichen gibt es prinzipiell mehrere Möglichkeiten und Verfahren. Alle wichtigen Informationen zum Narkosevorgespräch (Prämedikation), dem geeigneten Narkoseverfahren, der Versorgung nach der Anästhesie sowie unsere speziellen Leistungsangebote finden Sie unter dem jeweiligen Stichwort auf der linken Seite.
Wir wünschen Ihnen für Ihren Aufenthalt alles Gute und hoffen, Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.
Ihr Prof. Dr. Frank Wappler
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